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Einst wohnten zwei Riesen, der eine auf dem Haldemer Berge, der andere auf dem Venner Berge; die Riesenstraße nach der Wieckenhorst zwischen Hunteburg und Dielingen heißt nach ihnen. Sie backten ihr Brot gemeinschaftlich, denn sie hatten nur einen Backofen und einen Teigschräpper. Als nun der Riese vom Venner Berge, Heemann genannt, einst mit seinem Teig zu dem Backofen seines Gefährten auf dem Haldemer Berge ging, klopfte er unweit Bohmte seine Holzschuhe aus. Dadurch entstand der Heemanns-Hügel. Den Teigschräpper warfen sie sich immer gegenseitig zu. Einmal mitßlang jedoch der Wurf und der Schräpper fiel auf Krons Kamp nieder, auf ein Stück Land. das davon Hünenstück heißt.
Von den Söhnen des Riesen diente einer bei dem Herrn von der Horst zu Haldem. Seine erste Arbeit war Ausmisten. Als er die Forke in die Hand bekam, sagte er: "Das ist ja eine Gabel, womit man große Bohnen ißt". Er ging also zum Schmied und ließ sich eine größere machen, da war jede Forke voll auch ein Stall voll. Das gefiel dem Herrn. Dann mußte der Riese pflügen; dabei schob er den Pflug mit der Hand immer den Pferden auf die Hacken. Als der Herr dies sah, sagte er: " Das ist nicht nötig. Die Pferde sind deshalb vorgespannt, daß sie ziehen sollen". Der Riese jedoch entgegnete: "Die Pferde sind nur zum Start da, man kann den Pflug mit einer Hand gut schieben". Alles das gefiel dem Herrn sehr wohl. Aber eins verdroß ihn, wenn es an die Mahlzeit ging, aß der Riese nicht für drei oder vier andere, sondern so viel wie das ganze übrige Haus. Deshalb wollte er ihn gern wieder los sein und sprach zu seinen Knechten: "Morgen früh sollt ihr Holz vom Berge holen, ein jeder seine bestimmten Stämme, und wer von euch der Letzte auf dem Platze ist, der soll fort". Der Riese war aber recht schläfrig und daher dachten die anderen, ihn im Schlafe betrügen zu können. In aller Frühe fuhren sie am folgenden Morgen ins Holz. Einige Stunden später erwachte der Riese und sah, daß die anderen Knechte den Hof schon verlassen hatten. Er aber entschloß sich schnell, spannte in Eile die Pferde an und jagte den anderen nach. Als er am Berge ankam, hatten die anderen Knechte ihr Holz schon gehauen und luden es auf. Er aber ergriff die Bäume, riß sie aus und warf sie mit Wurzeln und Erde auf den Wagen. So war er der erste, der sein Fuder voll hatte, aber als er vom Berge heruntergekommen war, konnten die Pferde es nicht ziehen. Da freuten sich die anderen und wollten an ihm vorbeijagen. Er aber band die Pferde an den Füßen zusammen und legte sie quer über den Wagen, steckte den kleinen Finger in das Deichselloch und fuhr eilig davon. Als er aber vor den Hof kam, konnte das Tor den Wagen nicht fassen. Da drang er hinein und brachte das ganze Tor mit auf den Hofplatz. Jetzt war der Herr wieder in Verlegenheit und versuchte in Güte mit dem Riesen zu verhandeln, daß er aus dem Dienst gehen sollte. Der Riese sagte darauf: "Ich will dir einen Schlag versetzen ; wenn du den aushalten kannst, will ich gehen". Dem Herrn kam das Beben, aber er dachte: du wirst ihn sonst nicht los, und ging auf den Vorschlag ein. Der Riese aber gab ihm von hinten einen Schlag, daß er über das Haus hinwegflog. Der Wind aber fing sich in seinem Mantel, und so kam er langsam zur Erde, ohne Schaden zu nehmen. Des Riesen aber war er glücklich entledigt".
(Quelle: Zitiert aus dem Osnabrücker Sagenbuch, Ludwig Schirmeyer)